Juliane und die Schattenseiten der Schwangerschaft

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Seitdem Juliane schwanger ist, genießt sie die ungeteilte Aufmerksamkeit der gesamten Familie. Mutter Post koch nur noch gesunde Sachen, Vater Post raucht nur noch auf dem Balkon oder vor der Haustür und man hat ihr sogar eine eigene Toilette ins Haus gebaut, damit sie Tag und Nacht auf Toilette gehen kann, was sie auch ausgiebig nutzt. Sie braucht keine schwere Hausarbeit mehr zu machen oder Pakete austragen und darf auf ihrem Weg zum Frauenarzt oder ins Zentrum für Blasenschwäche Berlin mit Papas PKW fahren, anstatt wie vorher mit dem Fahrrad oder dem Bus.

Sie wird im Grunde von vorn bis hinten verwöhnt und dennoch ist sie nur am Jammern. Mal sind es die Schuhe, die ihr Drücken, mal die Frisur, die nicht sitzt, wenn die Sonne scheint, schimpft sie über die Hitze und bei Regen jammert sie über die Kälte. Sie hat Sodbrennen, geschwollene Füße, Heißhunger und Morgenübelkeit. Scheinbar sind ihre Hormone so durcheinander, dass sie jegliche Relationen zum normalen Leben verloren hat. Aber gottseidank dauert das nur noch ein paar Wochen, denn ihr Bauch wird von Tag zu Tag dicker, was für sie natürlich ein weiterer Grund zum Jammern ist.

Von ihrer Krankenkasse hat sie jetzt eine elektronische Gesundheitskarte eGK bekommen, mit der sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen in die Geburtsklinik gehen muss. Hierauf werden alle Untersuchungsergebnisse gespeichert, so dass jeder Arzt gleich sehen kann, wie es um ihre Schwangerschaft steht. Aber auch das scheint ihr zu missfallen, denn angeblich verstößt das gegen den Datenschutz. Naja, sie ist ein ziemliches Nervenbündel und wir werden alle froh sein, wenn das Kind endlich da ist.

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